Urlaubsvorbereitungen
Impfungen
Dank der EU-Richtlinien dürfen uns unsere Hunde heutzutage in alle europäischen Länder begleiten ohne - wie es früher z.B. vor der Einreise nach Schweden erforderlich war - sechs Wochen in Quarantäne zu müssen. Dennoch sind einige Besonderheiten zu beachten.
Für Auslandsreisen benötigt das Tier einen internationalen EU-Heimtierausweis und muss mit einem Mikrochip versehen sein.
Für die Einreise in alle Länder der Europäischen Union ist eine gültige Tollwutimpfung erforderlich.
Für Schweden, Norwegen und Großbritannien muss über die serologische Titerbestimmung der Nachweis erbracht werden, dass der Hund im Falle eines Bisses durch ein an Tollwut erkranktes Tier ausreichend geschützt ist und seinerseits die Infektion nicht weitergeben kann. Dazu muss einige Wochen vor der Reise das Blut des innerhalb eines gewissen Zeitfensters geimpften Tieres an ein spezielles Labor geschickt werden. Ab einer bestimmten Titerhöhe (0,5 IU/ml) gilt der Hund als ausreichend geschützt. Sofern das Tier in der Folgezeit regelmäßig gegen Tollwut geimpft wird, ist diese Blutuntersuchung einmalig.
Für die Einreise nach Schweden und Norwegen muss dem Tier innerhalb von 10 Tagen vor Reisebeginn in der Tierarztpraxis ein Wurmmittel eingegeben werden, das gegen den Fuchsbandwurm (Echinococcuc) wirksam ist.
Einige Länder verlangen ein Gesundheitszeungnis.
Dies wird ebenso wie die Impfungen, Titerbestimmung und Entwurmung im EU-Heimtierpass dokumentiert.
„Reisekrankheiten“
Wenn Ihr Hund mit Ihnen in den Süden reisen darf, sollten Sie ihn besonders vor den sog. Reisekrankheiten schützen.Dazu zählen Erkrankungen, die speziell in Südeuropa bzw. den Mittelmeerländern vorkommen und durch sog. Vektoren (Zwischenträger) verbreitet werden.
Die Leishmaniose ist in Spanien weit verbreitet und wird durch die Sandmücke übertragen. An der Einstichstelle wandern die Parasiten unter die Haut und befallen weißen Blutkörperchen und die inneren Organe. In Deutschland kommt sie vor allem wegen der Hundeimporte aus Spanien und Griechenland inzwischen häufig vor.
Die Babesiose wird durch den Stich der Auwaldzecke und der Braunen Hundezecke weitergegeben. Babesien sind Einzeller, welche die roten Blutkörperchen befallen und zerstören.
Ebenfalls durch Zecken wird die Ehrlichiose übertragen. Ehrlichien sind Bakterien, welche die weißen Blutkörperchen befallen, sich dort verbreiten und das Immunsystem angreifen.
Die Verbreitung der Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) findet durch Mücken statt. Durch den Stich gelangen die Larven in den Körper des Tieres. Im Lauf eines längeren Zeitraums wandern sie durch den Körper, bis sie sich schließlich in den Blutgefäßen von Herz und Lunge bis zu 30 cm langen Fadenwürmern entwickeln.Für die Reisekrankheiten gibt es keine spezifischen Symptome, an denen Sie sofort erkennen, dass Ihr Tier erkrankt ist.
Erste Anzeichen sind Leistungsschwäche, schnelle Ermüdbarkeit, nachlassender Appetit. In diesem Fall sollten Sie Ihren Tierarzt darauf hinweisen, dass Ihr Tier mit Ihnen im Urlaub war. Reisekrankheiten lassen sich durch gezielte Laboruntersuchungen eindeutig nachweisen.
Am besten schützen Sie Ihr Tier vor der Reise. Als Vorbeugung bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt Spot on Präparate, Halsbänder und Medikamente, die er ihrem Reiseziel entsprechend auswählt.
Bewährte Hausmittel auch für Tiere
Für manche Hunde und ihre Besitzer wird die Fahrt in den Urlaub zu harten Prüfung. Vor allem Hunden, die selten im Auto mitfahren, wird oft nach wenigen Kilometern so schlecht, dass der erste Halt zur Putzaktion wird.
Am besten, man gibt dem Hund etwa eine Stunde bevor es losgeht, eine sehr kleine Menge zu fressen. Einige Hunde vertragen das Autofahren besser, wenn sie im Fußraum unter dem Beifahrersitz liegen, anderen wird in einer geeigneten Transportbox weniger schlecht.
Bewährt hat sich, den Tieren 30 Minuten vor Reisebeginn ein Kinderzäpfchen gegen Reisekrankheit zu geben.
Viele Hunde reagieren sehr gut auf Ingwertabletten, die beim Tierarzt oder in der Apotheke zu bekommen sind. Ihnen ist weniger schlecht und sie sind während der Fahrt entspannter.
Ein altes Hausmittel gegen Stiche von Bienen und Wespen, das sich auch bei unseren Haustieren bewährt hat, ist Zwiebelsaft. Man teilt eine Zwiebel in der Mitte durch und drückt sie zusammen, so dass der Saft austritt. Dieser wird auf die Einstichstelle aufgetragen und etwas eingerieben. Nach kurzer Zeit gehen die Schmerzen und die Schwellung zurück.

